SKF sucht engagierte Personen für Vormundschaften
Der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Dülmen-Coesfeld (SkF) sucht im
gesamten Kreis Coesfeld engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich als
ehrenamtliche Vormünder*innen für Minderjährige einsetzen möchten. Um
Interessierten einen Einblick in dieses verantwortungsvolle Ehrenamt zu
geben, werden drei Infoveranstaltungen in Dülmen, Coesfeld und
Lüdinghausen angeboten.
Seit 2023 ist der SkF damit beauftragt, für die Jugendämter im Kreis Coesfeld sowie
in den Städten Coesfeld und Dülmen ehrenamtliche Vormünder*innen zu gewinnen,
zu qualifizieren und zu begleiten. In den vergangenen Jahren konnten bereits
mehrere Schulungsdurchläufe erfolgreich umgesetzt werden, an denen sowohl
interessierte Bürger*innen als auch Pflegeeltern und Verwandte, die die
Vormundschaft für ein minderjähriges, eigenes Familienmitglied führen,
teilgenommen haben. Ein großer Teil der geschulten Ehrenamtlichen hat bereits
erfolgreich eine Vormundschaft oder Pflegschaft übernommen.
Wie wertvoll dieses Engagement sein kann, zeigt das Beispiel einer ehrenamtlichen
Vormundin aus dem Kreis Coesfeld. Sie hat die Vormundschaft für ein Mädchen
übernommen, das in einer Kinderwohngruppe lebt. Neben den formalen Aufgaben
bringt sie vor allem eines mit – Zeit.
So begleitet sie das Mädchen nicht nur bei wichtigen rechtlichen Entscheidungen,
sondern nimmt sich zusätzlich Zeit für gemeinsame Erlebnisse: ein gemeinsamer
Spielenachmittag, zusammen ein Eis essen gehen oder eine Schulaufführung
besuchen.
Durch die gemeinsamen Aktivitäten schenkt sie dem Kind Aufmerksamkeit und
entwickelt ein gutes Gefühl für die Bedürfnisse des Kindes. Gleichzeitig entsteht ein
belastbares Vertrauensverhältnis, welches für eine gute Begleitung ganz besonders
wertvoll ist. Gerade diese persönliche Zuwendung ist ein großer Vorteil
ehrenamtlicher Vormundschaften.
Und wo die Vormundschaft normalerweise mit dem Eintritt der Volljährigkeit
automatisch endet, kann, bei beidseitigem Interesse, die ehrenamtliche Begleitung
durchaus fortgeführt werden. Dann nicht mehr in der Rolle als Vormund*in, aber
vielleicht noch als Ratgeber*in auf dem manchmal doch so holprigen Weg ins
Erwachsenenleben.
Welche Aufgaben haben ehrenamtliche Vormünder*innen?
Ehrenamtliche Vormünder*innen vertreten Kinder und Jugendliche in allen
Angelegenheiten der elterlichen Sorge. Dazu gehören unter anderem Fragen des
Aufenthalts, der Gesundheit, des Vermögens, schulische und berufliche Perspektiven
sowie die Vertretung gegenüber Behörden. Ebenso wichtig ist der persönliche
Kontakt, der regelmäßig mindestens einmal im Monat stattfinden muss.
Die Übernahme einer ehrenamtlichen Vormundschaft ist mit Verantwortung
verbunden. Daher ist es wichtig, dass Interessierte bestimmte Voraussetzungen
mitbringen. Dazu zählen insbesondere Zuverlässigkeit und
Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungs- und Einfühlungsvermögen, die
Bereitschaft, sich in neue Themen einzuarbeiten sowie mit verschiedenen Beteiligten
wie Jugendamt, Schulen, Kinderwohngruppen und Behörden zusammenzuarbeiten.
Außerdem gehören Kommunikationsfähigkeit, zeitliche Verlässlichkeit sowie ein
Gespür für ein gesundes Verhältnis von Nähe und Distanz zu den Fertigkeiten eines
ehrenamtlichen Vormunds.
Infoveranstaltungen
Interessierte, die sich unverbindlich über das Ehrenamt der Vormundschaft
informieren möchten, laden wir herzlich dazu ein, an einer der drei folgenden
Infoveranstaltungen teilzunehmen:
Mittwoch, 01.07.2026, 16:30 - 18:00 Uhr
Ort der Veranstaltung: SkF e.V. Dülmen-Coesfeld
Adresse: Kapellenweg 77, 48249 Dülmen
Mittwoch, 08.07.2026, 16:30 - 18:00 Uhr
Ort der Veranstaltung: SkF e.V. Dülmen-Coesfeld
Adresse: Neustraße 8, 48653 Coesfeld
Mittwoch, 15.07.2026, 16:30 - 18:00 Uhr
Ort der Veranstaltung: SkF e.V. Lüdinghausen
Adresse: Liudostraße 13, 59348 Lüdinghausen
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung zur
Infoveranstaltung:
Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Dülmen-Coesfeld
Telefon: 02594 / 89349-0
E-Mail: ehrenamt-vormundschaft@skf-duelmen-coesfeld.de
Wie geht es nach der Infoveranstaltung weiter?
Nach der Teilnahme an einer Infoveranstaltung erfolgen bei weiterem Interesse
persönliche Gespräche. Darin lernen wir uns gegenseitig kennen und prüfen
gemeinsam, ob die Übernahme einer ehrenamtlichen Vormundschaft grundsätzlich
gut passt.
Bei entsprechender Eignung erfolgt im nächsten Schritt die Teilnahme an der
vorbereitenden, drei- bis vierteiligen Schulung. Denn eines ist klar: Umfangreiches
Spezialwissen ist keine Voraussetzung. Genau darauf ist die Schulung ausgerichtet.
Dort erwerben die künftigen ehrenamtlichen Vormünder*innen grundlegendes
Wissen zu zentralen Themen wie Vormundschaftsrecht, Kinder- und
Jugendhilferecht, Sozialleistungen und Pflegegeld sowie zu psychischen
Erkrankungsbildern bei Kindern und Jugendlichen.
Für Interessierte, die sich eine Vormundschaft für einen unbegleiteten minderjährigen
Ausländer vorstellen können, wird zusätzlich eine optionale Schulung im Bereich
Ausländerrecht angeboten.
Schulungstermine 2026:
- Mittwoch, 30.09.2026, 16:30-20:30 Uhr
- Mittwoch, 07.10.2026, 16:30-20:30 Uhr
- Mittwoch, 14.10.2026, 16:30-20:30 Uhr
- Zusatztermin zum Thema Ausländerrecht nach Absprache mit den
Teilnehmenden
Wir lassen Sie nicht allein!
Auch nach der Übernahme einer Vormundschaft werden die Ehrenamtlichen
selbstverständlich kontinuierlich durch den SkF begleitet und beraten. Sie haben
jederzeit die Möglichkeit der persönlichen Kontaktaufnahme zu unseren
Mitarbeitenden des Fachbereichs. Darüber hinaus finden regelmäßig
Austauschtreffen mit den ehrenamtlichen Vormünder*innen statt.
Noch Fragen?
Sie haben noch individuelle Fragen vorab? Sie können an keiner der
Infoveranstaltungen teilnehmen, haben dennoch Interesse? Die Mitarbeitenden des
Fachbereichs Ehrenamtliche Vormundschaften, Philipp Sattler, Anke Riegelmeyer
und Ilka Strotmann stehen unter den vorgenannten Kontaktwegen gerne für
Rückfragen zur Verfügung.